Mediation

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Bücher
Insa Sparrer,
Wunder, Lösung und System
Marianne Franke-Gricksch, Du gehörst zu uns
Ingrid Dykstra, Die Seele weist den Weg
Helen Palmer, Das Enneagramm
Sandra Maitri, Neun Portraits der Seele
Josef Campbell, Die Kraft der Mythen
Robert Bly, Eisenhans



Texte (J.M.)

Vom Gift in der Suppe...

Willst du wirklich die ganze Suppe auslöffeln? Wo du doch weißt, daß du davon Magenkrämpfe, Herzflattern und Muskelzucken bekommst...

Für viele unbemerkt vollzieht sich in unseren Tagen ein Paradigmenwechsel. Es geht um den Schritt vom Problem zur Lösung. Seit mehr als hundert Jahren erforscht die Psychotherapie mit großem Erfolg die Welt des Problems. Jetzt wissen wir genug. Unser kollektiver Wissensspeicher ist angefüllt mit allen denkbaren Informationen über Probleme. Jedes Detail ist kartografiert. Nun ist ein nächster Schritt gefragt, ein Schritt in unbekanntes Gelände. Der Schritt in die Welt der Lösung.

Nein, du mußt die Suppe nicht bis zum bitteren Ende auslöffeln. Eine Zungenspitze voll reicht um zu merken, daß sie ungenießbar ist. Stell den Teller zur Seite und geh in die Küche, um dir gesunde Lebensmittel zu holen. Und dann, bitte, iß mit Genuß!
(März 2012)



Rendevouz mit dem Schatten

Unter dem Teppich meines Lieblingzimmers, dort wo der gemütliche Sessel steht, gibt es eine heimliche Kammer. Da unten haust mein Schatten.
Als kleine Kinder waren wir ein Herz und eine Seele, zwei Jauchzer aus einer Kehle, unzertrennlich wie siamesische Zwillinge. Wir badeten im Glück.
Doch dann schlug dieses unerklärliche Verbot zwischen uns ein, schneidend wie ein Schwert. Der Schatten wurde schuldig gesprochen und in die Kellergruft gesperrt. Und seither ist mir so als wäre mir etwas Wichtiges abhanden gekommen. Ein Teil meines Herzens vielleicht.
Manchmal hämmert der Schatten an die Falltür unter meinen Füßen. Und ich stopfe mir Musik in die Ohren. Er schleicht durch meine Träume. Ich muß sie sorgsam wegwischen, sonst bekomme ich Herzrasen.
Und wenn sich mal etwas unter meinen Füßen regt, dann erhöhe ich die Geschwindigkeit. Vielleicht erhasche ich ja gerade jetzt einen Zipfel des Glücks, dem ich einst so nahe war.

Doch irgendwann, ich verspreche es, fasse ich mir ein Herz. Dann bewaffne ich mich mit einem Blumenstrauß. Ich schlage den Teppich zurück und suche die Stimme aus der Tiefe...

(März 2012)



Die Wunde und das Wunder

Was für eine unverschämte Ähnlichkeit! Klanglich sind sie fast Zwillinge. Das Schmerzhafte klingt zum Verwechseln wie sein krasses Gegenteil: das überraschende Glück.
Wunde und Wunder liegen so dicht beieinander wie zwei Liebende. 

Wir alle sehnen uns hin und wieder nach einem Wunder. Doch Wunden halten wir uns möglichst vom Leib. Im Doppelpack wollen wir die beiden nicht haben. Wir wollen Verletzungen vermeiden – und wir investieren viel Geld und Energie in sichere Mauern und in unsichtbare Rüstungen.

Für die Sicherheit aber zahlen wir einen hohen Preis.
Zwar halten wir uns Gefahren vom Leib. Aber auch ...das Wunder.
Ein Wunder wirkt, indem es das Herz berührt.
Was aber, wenn das Herz in einem Hochsicherheitstrakt lebt?

Manchmal lohnt es sich, etwas zu riskieren.
Und hier kommt uralte Menschheitsweisheit ins Spiel.
Das Wunder braucht eine Lücke.
Zum Glück gibt meistens eine offene Stelle in der Mauer. Solch eine offene Stelle nennen wir Wunde.
Es ist möglich, diese offene Stelle als Tür zu benutzen. Nicht lange in der Tür (im Schmerz) stehenbleiben. Komm, geh weiter, ...dort wartet schon dein Wunder!                               (Jan. 2012)


Links
Mechthild Magerl - Fayencekeramik
Ludosophia
Kulturelle Landpartie
Kulturverein Platenlaase


Inspirationen
Es ist viel mehr möglich, als man normalerweise glaubt. Wer das nicht nicht glaubt, sollte sich folgendes Filmchen ansehen:

zum Staunen